Was sind shared Proxys?

Shared Proxys oder gemeinsam genutzte Proxys sind eine gute und kostengünstige Option zur gleichzeitigen Nutzung mehrerer verfügbarer IP-Adressen von vielen Benutzern mit dem Ziel, das Internet anonym zu nutzen, Webfilter zu umgehen, Zugriff auf bestimmte Inhalte zu bekommen, die aufgrund des Standorts sonst blockiert sind, Kosten zu sparen, etc.

Außerdem können gemeinsam genutzte Proxys nützliche Dienste wie Verschlüsselung, Sicherheit und Geschwindigkeit, bieten, die für bestimmte Aufgaben unerlässlich sind.

Shared Proxys werden auch als semi-dedizierte Proxys bezeichnet. Semi-dedizierte Proxys sind gemeinsam genutzte Proxys mit begrenzter Anzahl der Benutzer pro IP-Adresse. Da hier weniger Benutzer eine IP-Adresse gemeinsam verwenden, sind diese Proxys schneller und leistungsfähiger als kostenlose öffentliche Proxys.

Bei dedizierten Proxys oder privaten Proxys wird die IP-Adresse dagegen jeweils nur von einem Benutzer verwendet, wodurch die Sicherheit und Leistung noch einen Tick höher ist.

Vorteile der Verwendung gemeinsam genutzter Proxys

  • Günstiger Preis
  • Genauso zuverlässig wie private Proxys. (Jedenfalls bei uns. Das heißt, wenn der Kunde irgendein Paket gekauft hat, selbst wenn es 50.000 gemeinsam genutzte Proxys sind, werden absolut alle verfügbar und funktionsfähig sein.)
  • Möglichkeit zur Integration von Web Scraping Tools für Datenextraktion
  • Bots können zur Automatisierung der Datenextraktion verwendet werden
  • Hohes Maß an Anonymität, weil viele Benutzer dieselbe IP-Adresse verwenden
  • Integration zusätzlicher Funktionen für Steigerung der Effektivität für bestimmte Anwendungen

Nachteile der Verwendung gemeinsam genutzter Proxys

  • Bandbreite wird zwischen Benutzern geteilt, dadurch langsamere Übertragung als bei privaten Proxys
  • Höhere Wahrscheinlichkeit, auf Captcha zu stoßen
  • Die Wahrscheinlichkeit, dass gemeinsam genutzte Proxy-IPs an der Zielwebseite
    blockiert werden, ist im Allgemeinen höher als bei den privaten Proxys.
  • Größere Anfälligkeit für Fehler und Sicherheitsprobleme durch den Nachbareffekt.
  • Anzahl gleichzeitiger Verbindungen (concurrent connections) ist geringer als bei privaten Proxys. Der Proxy-Anbieter kann diese Zahl entsprechend der aktuellen Situation anpassen. Im Falle von Beschwerden von Eigentümern von Drittanbieterdiensten kann die Zahl der zulässigen gleichzeitigen Verbindungen auf Null reduziert werden.
    Zum Beispiel: vom Eigentümer einer Website kommt eine Beschwerde an den Proxy-Anbieter über Hacking-Versuche von IP-Adressen, die diesem Anbieter gehören. In diesem Fall wird der Proxy-Anbieter entweder die Anzahl gleichzeitiger Verbindungen drastisch reduzieren oder den Zugang zu dieser Webseite über seine gemeinsam genutzten Proxy-IPs vollständig blockieren.

Folgende Proxy-Arten haben ein Mehrbenutzer-Proxy-Sharing-Modell:

  • Kostenlose Proxys (kostenlos oder öffentlich)

Alle kostenlosen oder öffentlichen Proxys werden gemeinsam genutzt (shared proxies), und zwar so stark, dass die tatsächliche Zahl der Benutzer in die Tausende geht. Ein und dieselben Proxys werden auf verschiedenen Ressourcen veröffentlicht. Manchmal kann ein und derselbe Proxy-Server mehrmals in derselben Liste vorkommen. Das heißt, die gleiche IP, aber gleichzeitig über verschiedene Ports erreichbar, zum Beispiel x.x.x.x.x:3128 und x.x.x.x.x.x:1081. Das bedeutet, dass bereits ein Benutzer von Zennoposter, Scrapebox oder GSA eine zweifache Last für diesen Proxy erzeugt. Und es kann Hunderte oder sogar Tausende solcher Benutzer geben. Aufgrund dieser übermäßigen Belastung werden diese Server vom eingehenden Datenverkehr überlastet und gehen offline.

  • Rechenzentren-Proxys (data center hosted proxies)

Im Allgemeinen neigen Proxy-Anbieter dazu, eine bestimmte Anzahl von Benutzern anzugeben, z.B. 3 oder 5. Wir empfehlen den Benutzern jedoch nicht, diese Zahl als Kriterium für die Auswahl eines bestimmten Anbieters zu wählen. Denn der Anbieter kann eine beliebige Zahl aufschreiben, sogar 2, aber der Benutzer kann diese Angabe nicht überprüfen. Daher empfehlen wir die folgende Vorgehensweise:

Fragen Sie verschiedene Anbieter nach einem Test für ein Proxy-Paket und überprüfen Sie die Bandbreite des Kanals, zum Beispiel auf youtube oder torrent. In der Regel können Sie bei den Anbietern gemeinsam genutzte Proxys problemlos einige Stunden bis zu einem Tag lang testen. Es wird auch empfohlen, die Leistung auf Ressourcen zu testen, auf denen der Proxy verwendet werden soll. Wenn der Nutzer Zugriff auf Google-Dienste benötigt, sollte diese Art von Proxy sofort verworfen werden. In solchen Fällen empfehlen sich eher gemeinsam genutzte mobile Proxys.

  • Residential Proxys (Wohn-Proxys)

Alle residential Proxys werden de facto gemeinsam genutzt, mit Ausnahme der Einzelfälle, in denen der Proxy-Anbieter auf der Website ausdrücklich darauf hinweist, dass er über einen separaten, privaten Proxy-Pool verfügt. Die Anzahl der IPs im Pool, die der Anbieter auf seiner Webseite angibt (z.B. 20 Millionen IPs) entspricht der Anzahl der IPs, die er insgesamt in einem Monat tatsächlich hat. Jeden Tag wird der Pool um etwa 20-30% aktualisiert. Das heißt, im Idealfall hat dieser residential Proxy-Anbieter 800,000 bis 1 Million IPs pro Tag. Wenn der Kunde ausschließlich deutsche IPs benötigt, bedeutet dies bestenfalls 50-100 Tausend IPs. Und all diese IPs werden gleichzeitig von mehreren hundert oder sogar tausend Nutzern dieses Proxy-Dienstes verwendet. Daher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Proxys auf der Zielwebseite nicht funktionieren, recht hoch. Konkrete Zahlen hängen von der aktuellen Situation an einem bestimmten Tag ab, aber auch vom konkreten Anbieter, wie viele Nutzer er hat, und für welches Land sich der Kunde interessiert. Während Proxys aus z.B. Botswana nicht sehr gefragt sind, befinden sich Proxys aus den USA, UK und Deutschland immer sehr weit oben auf den Wunschlisten.

  • Mobile Proxys

Wie wir bereits im Artikel „Was sind mobile Proxys?“ geschrieben haben, bieten Anbieter mobiler Proxys ihren Kunden an, die Kosten für einen Proxy auf mehrere Personen aufzuteilen. Dies ist eine sehr gute Gelegenheit, sehr vertrauenswürdige Proxys für einen relativ geringen Preis  zu erhalten. Dank der GNAT-Technologie ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Benutzer an der Zielwebseite blockiert wird, selbst bei gemeinsam genutzten mobilen Proxys eher gering.

Warum ist das so? GNAT-Technologie kurz gefasst

Ein Mobilfunknetzbetreiber verfügt über einen bestimmten Pool von IPv4-Adressen. Im Falle von Moskau sind es beispielsweise etwa 14.000 Adressen (die Zahlen sind bei größeren Städten relativ ähnlich). Der Betreiber hat hier mindestens 5 Millionen Abonnenten, d.h. ca. 1250 Personen pro IP-Adresse bei gleichmäßiger Verteilung zu einem bestimmten Zeitpunkt (in der Realität ist die Zahl der Nutzer einer Adresse viel höher).

Diese Technologie wird GNAT genannt. Durch die Ausnutzung ihrer Unzulänglichkeiten und dem Mangel an IPv4-Adressen, ermöglichen es mobile Proxys, Bots in der Menge normaler Smartphone-Nutzer zu verstecken und das Risiko einer Blockierung deutlich zu reduzieren.

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