Was sind virgin Proxys?

Es gibt unterschiedliche Arten von Proxys mit verschiedenen Merkmalen, die sie für bestimmte Verwendungszwecke ideal machen. Rechenzentren-Proxys (data center hosted Proxys) sind die beliebteste Art, da sie Online-Datenschutz sowohl für den persönlichen Gebrauch als auch für geschäftliche Zwecke effizient bieten.

Was sind Virgin Proxys?

Virgin Proxys sind Proxys, die noch nie zuvor verwendet wurden. Ein Rechenzentren-virgin Proxy läuft auf dem IPv4-Protokoll. Allerdings können IPv4-Adressen schon lange Zeit nicht mehr registriert werden – bereits im Jahr 2012 wurden alle verfügbaren Subnetze auf verschiedene Unternehmen registriert.

Die Situation mit IPv4 gleicht der bei kurzen .com- und .org-Domains: Man kann solche IPs zwar kaufen, aber nur unter der Hand von anderen Unternehmen oder sogar über eine Auktion. Darüber hinaus ist dies nur für ein auf eine bestimmte Art und Weise registriertes Unternehmen möglich, für Otto Normalverbraucher ist der Kauf nicht möglich.

IPv6-Proxys sind dagegen fast immer „virgin“, aufgrund ihrer schier unerschöpflichen Anzahl, dem günstigen Preis sowie der Leichtigkeit, neue IPs dieser Art zu registrieren.

Viele Proxy-Anbieter bieten diese Art Proxys teilweise für dedizierte Dienste an. Zum Beispiel Instagram-Proxys, die noch nie in einem der sozialen Netzwerke verwendet wurden, aber wahrscheinlich für andere Online-Aktivitäten.

Woher stammen Virgin Proxys?

Diese Proxys stammen von einer Organisation, die sich LIR (Lokale Internet Registrierung) nennt. Die LIR besitzt einen Block von IP-Adressen, welche sie von der RIR, dem regionalen Internetregister, zugewiesen bekommen hat.

LIR bestehen aus Internetdienstanbietern, Unternehmen und akademische Einrichtungen. Proxy-Anbieter kaufen diese Proxys von LIRs und anderen Unternehmen normalerweise in kleinen Blöcken. Jeder Block wird analysiert, um sicherzustellen, dass er wirklich sauber ist.

Weltweit gibt es fünf regionale Internetregister. Die RIRs verwalten alle Virgin IP-Adressen für die jeweilige Region. Für Europa ist die Réseaux IP Européens, kurz RIPE, verantwortlich.

Was kann beim Kauf von virgin Proxys erwartet werden?

Virgin Proxys arbeiten mit allen vom Anbieter deklarierten Online-Ressourcen, mit denen Rechenzentren-Proxys arbeiten können (es sei denn, der Anbieter hat deren Nutzung ausdrücklich eingeschränkt. Siehe Kapitel #6: Einschränkungen und Verbote).

Diese Proxys spielen eine große Rolle bei sozialen Medien. Die einzige Möglichkeit, nicht gebannt zu werden, besteht darin, saubere Proxys zu verwenden.

Da ein sauberer Proxy keinem Konto zugeordnet ist, keinen Verlauf/Historie hat, brauchen Sie sich keine Sorgen über ein Social-Media-Verbot zu machen. Sie sind nur für Ihre eigenen Handlungen verantwortlich, nicht für die Handlungen anderer. Das heißt, solange Sie die Nutzungsbedingungen einhalten, sollten Sie nicht auf Probleme stoßen. Es ähnelt der Anmeldung mit Ihrer eigenen IP-Adresse, nur Ihre Identität wird ausgeblendet.

Darüber hinaus stehen virgin Proxys nicht auf der Sperrliste („ban“) von Google-Diensten, einschließlich der Google-Suche und Google-Mail und befinden sich auch nicht auf den Schwarzen Listen von Spamhaus, usw.

Nuancen und mögliche Fallstricke

Für gewöhnliche Nutzer ist es heutzutage nahezu unmöglich, virgin Proxys, also unbenutzte IPs, zu kaufen. Hierfür gibt es folgende Gründe:

  • Es ist ein absoluter Glücksfall, wenn es einem Anbieter gelingt, Subnetze zu kaufen, die nie für Hosting- oder Proxy-Dienste genutzt wurden
  • Höchstwahrscheinlich hat der Proxy-Anbieter einen beträchtlichen Preis für diese „reinen“ IPs bezahlt und entsprechend wird er sie auch nicht billig verkaufen, d.h. mit Sicherheit nicht für 2-5 US-Dollar für eine IP-Adresse (dies ist der Durchschnittspreis eines privaten Proxy)
  • Der Proxy-Anbieter wird diese IPs vor dem Kauf nicht „testen“ lassen. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass sie nach dem Test noch „sauber“ sind, ist eher gering
  • Der Proxy-Anbieter wird dem Käufer sein Geld nach dem Kauf bei Nichtgefallen höchstwahrscheinlich nicht erstatten
  • Es liegt im Interesse des Proxy-Anbieters, diese IPs direkt in einem großen Paket zu verkaufen, vorzugsweise das gesamte Subnetz /24 (256 Adressen), d.h. x.x.x.0 – x.x.x.255.

Dieser Ansatz widerspricht jedoch den Interessen des Käufers, weil dieser in der Regel nicht so viele IPs braucht. Der Käufer benötigt normalerweise nur 20-100 IPs, und zwar vorzugsweise aus verschiedenen Subnetzen, und alle sollten „virgin“ sein  ̶  was heutzutage schlicht unmöglich ist.

Wenn sich der Käufer dennoch entscheidet, das gesamte Subnetz zu kaufen, erhält er aufeinander folgende IPs x.x.x.x.0, x.x.x.1, x.x.x.2 … x.x.x.255, was ein überaus starker Fußabdruck ist und höchstwahrscheinlich zum sofortigen Verbot („ban“) dieses Subnetzes führen wird.

„Echte“ virgin Proxys sind heute äußerst selten und entsprechend teuer. Zusätzlich werden sie nahezu immer zu für den Kunden ungünstigen Bedingungen verkauft. Wer sich also für den Kauf interessiert, sollte sich die Vor- und Nachteile zweimal abwägen und vor dem Kauf alle Details mit dem Anbieter abklären.

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